Sep 112012
 
<<
Station 11
>>  
Station #11: Hinter der höfischen Maskerade

Hinter der höfischen Maskerade

Teil 1

Teil 2

Schauplatz der Geschichte ist das Museumsquartier, ein zentrales Projekt neoliberaler Stadtkulturpolitik. Der Raum der hier arbeitenden Kulturproduzentinnen gestaltet sich als prekär, mehrschichtig und widersprüchlich:
Entgegen der Glattheit des ersten Blicks werden scheinselbstständige, unsichere und schlecht bezahlte Arbeitsverhältnisse produziert. Die Arbeitsbedingungen gleichen höfischen Verhältnissen, in denen sich Menschen mit höflichen und freundlichen Masken begegnen, wodurch die eigentlichen Ungleichheiten verschleiert werden. Die höfische Sprache erfordert auch das Verschwinden-Lassen bestimmter Wörter, wie Indexanpassung oder Lohnsteigerung. Deren Benennung kann zu ernsthaften kommunikativen Verstimmungen führen, mit entsprechenden Konsequenzen für jene, die sich nicht an den vorgegebenen Code halten. Anliegen werden nur entgegen genommen, um sie im Sand verlaufen zu lassen – eine Situation des Ewig-Gleichen, der Alternativlosigkeit. Gleichzeitig bevorzugen die Kulturproduzent_innen die selbsteingeteilte, in vielen Bereichen auch selbstbestimmte Arbeit im sozialen Umfeld der Kolleg_innen.