Sep 112012
 
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Station #3: Kreuzung der Prekarisierung

Kreuzung der Prekarisierung

Verkehrszählungen sind als typischer Student_innenjob bekannt. Die Möglichkeit der kurzfristigen unkomplizierten Zeitgestaltung bei der Arbeit kommt Menschen, die auch noch andere Dinge, wie z.B. ein Studium zu erledigen haben, sehr entgegen. Ein paar Stunden werden alle Querer_innen einer Kreuzung gezählt und vermerkt, der Rest des Tages scheint für Anderes zur Verfügung zu stehen. Doch ist es nicht so wie es scheint. Der scheinbar unaufwändige und stupide Job greift massiv in die Zeitressourcen ein. Was nämlich nicht bezahlt wird ist die oft lange Hin- und Rückfahrt, zweimal an einem Tag, und die Stunden dazwischen, die zu nichts zu verwenden sind. Das lange Stehen an Kreuzungen, die mensch sonst nur schnell überquert, prägt aber auch die Wahrnehmung des Raumes. Ein im Verkehrszählen Geübter philosophiert darüber, wie die Straße als öffentlicher Raum verwendet wird und verwendet werden darf, wie man sich selbst darin positioniert und welche kleinen Möglichkeiten der Unterwanderung von stadtplanerischen Absichten bestehen könnten.