Sep 112012
 
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Station 7
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Station #7: Fit für den Arbeitsmarkt?

Fit für den Arbeitsmarkt?

Teil 1

Teil 2

Ein Gespräch beim AMS für Jugendliche über die institutionelle Herstellung von Prekaritäten und Selbstorganisation: Ein selbst Werkvertragsabhängiger, der mit arbeitslosen Jugendlichen arbeitet, erzählt uns von der Sicherheit, die soziale Netzwerke schaffen können. Prekarisierungstendezen sind auch und vor allem über den Arbeitsmarkt vermittelt. Davon sind Jugendliche auf eine besondere Art betroffen. Sie bringen oft noch keine berufsspezifische Ausbildung mit und werden vom Arbeitsmarktservice zum Teil mit geringen Wahlmöglichkeiten für einen speziell produzierten Arbeitsmarkt ausgebildet. Eine solche Arbeitsmarkpolitik ist nicht darauf ausgerichtet, dass die Menschen tatsächlich eine baldige Arbeitsstelle finden. Es geht darum, dass ihre sogenannte employability (die Voraussetzungen, angestellt werden zu können) wächst. Das heißt sie sollen flexibler und bereiter werden, die ihnen zugeteilten Jobs zu nehmen. Um sie darauf vorzubereiten, dass sie es selbst in diesem Arbeitsmarktsegment schwer haben werden, wird an ihrer trainability (Ausbildungsfähigkeit) „gewerkt“. Es wird ihnen klar gemacht, dass sie besser akzeptieren, möglicherweise viel Zeit beim AMS verbringen zu müssen.
Außerdem erklärt er, wie auch das AMS eine mögliche Strategien gegen Planungsunsicherheiten sein kann, wenn andere Netzwerke nicht da sind oder nicht funktionieren. Er selbst hat sich mit der Tatsache, prekarisiert zu sein, arrangiert, nun kann er auch aus dieser Tatsache Stärke ziehen.